Fragwürdige Herkunft? – Möglichkeiten und Grenzen von Provenienzforschung am Beispiel des Vorarlberger Landesmuseums
Vortrag von Dr. Peter Melichar, 29. Juli 2009
Während der NS-Zeit kam es zu einem umfassenden Vermögensentzug politisch und rassisch verfolgter Personen. Vor allem Kunstwerke und andere Sammlungsgegenstände wurden Objekte der Begierde. Manches wurde nach 1945 zurückgegeben, doch gerade im Bereich der Mobilien wurden die allermeisten entzogenen Dinge nicht restituiert. Ansprüche auf prominente Gemälde brachten Ende der 1990er Jahre die Restitutionsdebatte ins Rollen, es folgten gesetzgeberische Maßnahmen und umfangreiche Forschung auf diesem Gebiet. Damit geraten auch die Möglichkeiten und Grenzen der Provenienzforschung in den Blick.
Zur Person:
Dr. Peter Melichar stammt aus Vorarlberg und studierte Geschichte und Philosophie in Wien. Nach Abschluss des Studiums arbeitete er an der Ausstellung „996-1996 Ostarrichi-Österreich“. Neben seiner Lehrtätigkeit am Institut für Wirtschafts- und Sozialgeschichte der Universität Wien führte er mehrere Projekte für die österreichische Historikerkommission durch. Er war darüber hinaus Mitglied der „Unabhängige Expertenkommission: Schweiz – Zweiter Weltkrieg“. 2003/2004 war er Stipendiat des Leo Baeck-Instituts und der Wiener Library in London. Aktuell ist er Mitherausgeber der Österreichischen Zeitschrift für Geschichtswissenschaften und Mitarbeiter der Edition der „Ministerratsprotokolle“ nach 1945.