»Kanton Übrig« – Als Vorarlberg zur Schweiz gehören wollte

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„Eidgenossen helft euren Brüdern in der Not“, Hilfsaktion „Pro Vorarlberg“
1921
© Vorarlberger Landesarchiv, Bregenz
 

25. Oktober 2008 – 25. Januar 2009
 

Unmittelbar nach dem 1. Weltkrieg und dem Untergang der Habsburger Monarchie befand sich Österreich in einem Zustand enormer Umwälzung und Ungewissheit. Die provisorische Nationalversammlung in Wien beschloss die Angliederung an Deutschland. Einzelne Bundesländer suchten andere Wege. So strebten u.a. Salzburg und Tirol eine Angliederung an das benachbarte Bayern an, während es Vorarlberg in Richtung der Eidgenossen im Westen zog. Bei einer Volksabstimmung im Jahre 1919 stimmte eine überwältigende Mehrheit von 82% der Vorarlberger für dieses Vorhaben.
 
 

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1) Anstehen um Tabak am Marktplatz in Dornbirn
1918
© Stadtarchiv Dornbirn
 

2) Durchmarsch deutscher Truppen durch Bregenz,
1916
© Archiv der Landes-
hauptstadt Bregenz
 

3) „Pariser und andere Torten“,
Karikatur der stirischen Wochen-
zeitschrift „Nebelspalter“, 1919
© Redaktion des „Nebelspalter“, Horn, Schweiz
 

4) „Trauet nicht den schmeichelnden Liedern! Stimmt Deutsch!“
Plakat, 1921
© Burgen-
ländisches Landesarchiv, Eisenstadt
 

5) Saint Germain: Unterzeichnung,
1919
© Öster-
reichische National-
bibliothek, Bildarchiv, Wien
 

6) Vorarlberger hört!
Plakat aus dem Jahre 1919
© Vorarlberger Landesarchiv, Bregenz
 

7) Salzburger! Stimmt geschlossen am 29. Mai für den Anschluß an Deutschland“
Plakat, 1921
© Österreichische
Nationalbibliothek, Flugblätter-, Plakate- und
Exlibris-Sammlung
 

Vom 25. Oktober 2008 bis zum 25. Januar 2009 widmet sich nun erstmals eine Ausstellung des Vorarlberger Landesmuseums diesen Anschlussbestrebungen. Neben Plakaten, Fotografien und historischen Objekten aus jener Zeit, präsentiert das Landesmuseum Dokumente und Urkunden sowie Zitate prominenter Zeitzeugen zum Thema. Filme und Hörstationen vermitteln eindrücklich den spannenden kultur- und zeitgeschichtlichen Inhalt der Schau. Mit Hilfe dieser historischen Dokumente und Objekte werden die Stimmungen und Bestrebungen jener Jahre eingefangen und auf ihre gegenwärtige Relevanz überprüft.
 

Inhaltlich startet die Ausstellung mit dem Tode Kaiser Franz Josephs sowie dem Untergang der österreichisch-ungarischen Monarchie und endet mit dem Friedenvertrag von Saint-Germain-en-Laye. So wird das zentrale Thema der Schau, die Ereignisse um die Vorarlberger Anschlussbestrebungen an die Schweiz, in einen internationalen historischen Kontext eingebunden. Besuchern aus dem In- und Ausland soll damit die Möglichkeit geboten werden, sich der Thematik aus unterschiedlichen Richtungen zu nähern.