

Vorgestellt von Mag. Irina Koutoudis, Leitung Kommunikation/Marketing
Handarbeiten aus Draht, Stoff, Garn und menschlichem Haar hinter Glas, gerahmt, Ende 19. Jahrhundert
Dass es so etwas wie „Haarbilder“ überhaupt gibt, war mir vor meiner Tätigkeit am vorarlberg museum nicht bekannt. Mit einem Gefühl zwischen Neugier und Ekeln habe ich mich also auf die Suche in der Sammlung nach solch einem Bild begeben und gleich mehrere gefunden. Zwei der interessantesten sind hier zu sehen. Auf den ersten Blick könnte man diese Bilder für Bastelarbeiten aus Draht und Stoff halten. Bei genauerer Betrachtung sieht man aber, dass echtes Menschenhaar so kunstvoll um Draht und Karton gewickelt wurde, dass daraus recht filigrane Blumen und Blätter entstanden. Eines der Bilder stellt offenbar einen Lebensbaum dar, denn man sieht die Namen und Verzweigungen der hier verewigten Familien auf den kleinen Banderolen. Das zweite ist eine Art Erinnerungstafel an eine im Jahr 1892 Verstorbene („Erinnerung an die liebe Mutter Katharina Wiederin verehl. Häusle gest. den 21. Dezbr. 1892 im 52. Lebensjahr R.I.P.“). Auch wenn dies nicht zweifelsfrei geklärt werden konnte ist wohl anzunehmen, dass das verwendete Haar von der Verstorbenen selber stammt.