Die Ergebnisse des Architektenwettbewerbs VLM Neu

Landesmuseum Neu – trifft einstimmige Entscheidung
Das Siegerprojekt präsentieren: Direktor Natter, LR Egger, LSth. Wallner, Juryvorsitzender Riepl
 

Das Landesmuseum Neu geht in eine neue, entscheidende Phase: Das Preisgericht hat am
4. und 5. Dezember 2007 getagt und eine Entscheidung getroffen. Sieger des Wettbewerbs
sind „cukrowicz nachbaur architekten“ aus Bregenz.
 

Das Preisgericht beschreibt das Siegerprojekt wie folgt:
Durch die vorgesehene Ergänzung entsteht ein in Summe monolithisches Bauwerk, dessen eigenständige Präsenz ebenso wie die vielfältigen kontextuellen Bezüge überzeugen. Es hält kraftvoll Balance zwischen Einfügung und Autonomie.
Die geknickte Fassade an der Rathausgasse weitet den Blick von Kornmarktplatz zum See und betont die besondere Körperhaftigkeit des Gebäudes. Es wird zum tragenden Bestandteil des Ensembles am See, das von Post, Kunsthaus, Theater und nunmehr auch vom Landesmuseum geprägt wird.
Die Projektanten praktizieren ein Weiterbauen auf sehr lapidare Weise und tragen somit zur Stärkung des Altbaus bei. Insbesondere die Ansicht vom See offenbart eine überzeugende Symbiose von alt und neu und entfaltet unter anderem durch die große loggienartige Öffnung ihre unverwechselbare Wirkung.
 

vlmneua
Die Gewinner, das Architektenduo Nachbaur und Cukrowicz
 

Darüber hinaus enthält der Neubau nur wenige, sparsam gesetzte Öffnungen, die spannungsvolle Bezüge zwischen innen und außen bieten. Die Eingangszone öffnet sich zum Kornmarktplatz und relativiert die dem Inhalt entsprechende Hermetik des Hauses. Ein einladender Gestus, der an diesem zentralen Platz der Stadt gut gesetzt ist.
 

Das Innere wird dominiert von einer großen zentralen, von oben belichteten Halle, um die herum die Ausstellungsräume angeordnet werden. Die Treppe ist entlang der Neubauflanke wirkungsvoll situiert, sodass sich insgesamt eine klare und übersichtliche Strukturierung ergibt. Die Vielfalt der angebotenen Bespielungsmöglichkeiten entspricht den Anforderungen eines zeitgemäßen Museums.
 

Auch im Inneren des Hauses erfolgt das Weiterbauen ohne besonderen Pathos, ganz selbstverständlich fügen sich Altbau und Neubau aneinander. Der historische Bau wird in ein neues Ganzes integriert. Eine dem Inhalt entsprechende Offenheit und Großzügigkeit charakterisieren die Struktur des Hauses.
 

Die Jury ist überzeugt, dass durch das vorliegende Projekt die besonderen Herausforderungen der Aufgabenstellung (vielschichtiger Kontext, alt-neu, Museum als besonderer Ort) auf eindrucksvolle Weise bewältigt werden und dass die Stadt an sensibler Stelle überzeugend weiterentwickelt wird.
 

Es ist beabsichtigt, den Verfasser des mit dem ersten Preis ausgezeichneten Projektes (Sieger) mit den Planungsleistungen im Rahmen eines Verhandlungsverfahrens zu beauftragen. Sollte eine Einigung mit dem Verfasser des erstgereihten Projektes nicht zustande kommen, wird mit dem Nächstgereihten verhandelt. Verhandlungsziel ist der Abschluss eines Vertrages, welcher die für die Errichtung des „Vorarlberger Landesmuseums Neu“ notwendigen Planungsleistungen zum Gegenstand hat.
 

Preisträger
1. cukrowicz nachbaur architekten, Bregenz
2. Architekten Reiner Kaschl – Heide Mühlfellner, Salzburg
3. Walser + Werle ZT-GmbH, Feldkirch
 

Anerkennungspreise
Berger + Parkkinen ZT-GmbH, Wien
EM2N Architekten AG, Zürich
riegler riewe architekten ZT-GmbH, Graz
 

Zusammensetzung des Preisgerichtes
Sachpreisrichter:

LSth Mag. Markus Wallner, Kulturreferent der Vlbg. Landesregierung
LR Dieter Egger, Hochbaureferent der Vlbg. Landesregierung
Dr. Dieter Bogner, Museumsexperte, Wien
Mag. Karl Fenkart, Amt d. Vlbg. Landesregierung, Abt. Vermögensverwaltung
Dr. Tobias Natter, Direktor des Vorarlberger Landesmuseums
 

Fachpreisrichter:
Arch. Dipl.-Ing. Peter Riepl, Linz, Vorsitzender
Arch. Mag. arch. Dieter Henke, Wien
Arch. Dipl.-Ing. Univ. Andreas Hild, München (Mitglied Gestaltungsbeirat Bregenz)
Dipl.-Ing. Dr. Bernhard Fink, Amt der Stadt Bregenz, Abt. Planung und Bau
Arch. Mag. arch. Hanno Schlögl, Innsbruck
Dipl.-Arch FH Peter Jamer, Amt d. Vlbg. Landesregierung, Abt. Hochbau
 

Preisgelder
Für die prämierten Wettbewerbsarbeiten sind insgesamt als Preise (exkl. Umsatzsteuer) vorgesehen:
1. Preis € 40.000,–
2. Preis € 32.000,–
3. Preis € 24.000,–
und 3 Anerkennungspreise zu je € 12.000,–
 

Zeitrahmen
Planung: ab 12/ 2007
Baueingabe: 11/ 2008
Baubeginn: 9/ 2009
Baufertigstellung:3/ 2012
Inbetriebnahme: Sommer 2012
 

VLM
Das Vorarlberger Landesmuseum wurde 1857 gegründet und befindet sich seit 1905 im Gebäude am Bregenzer Kornmarktplatz. Dieses wurde letztmalig im Jahr 1960 umgebaut, seither fanden nur Instandhaltungsarbeiten statt. Für ein modernes, attraktives Museum entspricht das Gebäude in Punkto Heizung und Lüftung, Sicherheitstechnik und Brandschutz nicht mehr heutigen Erfordernissen. Durch die anstehenden umfassenden Baumaßnahmen und die Einbeziehung der früheren Bezirkshauptmannschaft soll die Nutzfläche des VLM mehr als verdoppelt werden – von derzeit knapp 2000 auf über 4000 Quadratmeter –, sodass die Platzprobleme behoben werden können. Auf der Grundlage dieser Machbarkeitsstudie ist mit Netto-Errichtungskosten zwischen 28 und 30 Millionen Euro zu rechnen.