Bildhaft und dingfest – Repräsentationsformen im Museum

Was nehme ich wahr, wenn ich eine Ausstellung betrete? Die sinnliche Wahrnehmung der Exponate, der Gestaltung, des Raumes geht einher mit einer wissenschaftlichen Konzeption, die die Auswahl und Zusammenstellung der Objekte anleitet und mit Texten kommentiert. So einfach das klingt, so komplex ist eine Ausstellung. Denn Objekte haben vielfältige Aussagepotentiale, die durch jeweilige Anordnungen unterschiedlich vernetzt und kontextualisiert werden können. Jede Präsentationsform bietet interpretierende Zusammenhänge in Bezug auf Wissen, Denken und Handeln einer Gesellschaft. Dabei kommen auch Annahmen über geschlechtsspezifische, kulturelle und soziale Unterschiede zum Tragen. Der Vortrag thematisiert, wie in Präsentationen auch von Identitäten und Differenzen erzählt wird, wie sich Hegemonie oder Vielstimmigkeit spiegeln. Zur Person: Die Historikerin, Museumskuratorin und Museologin Dr. Roswitha Muttenthaler ist seit 1992 im Technischen Museum Wien im Sammlungsbereich “Alltag & Umwelt” tätig. Sie betreut freiberuflich Forschungsprojekte, Veranstaltungen, Vorträge, Lehrveranstaltungen und Publikationen zu den Arbeitsschwerpunkten feministische Ansätze in Museen und Ausstellungen, Repräsentationen von Differenzen wie gender, race und class in Ausstellungen und Museen sowie Methodenentwicklung zur Analyse von Ausstellungen. Frau Dr. Muttenthaler ist seit 2004 Mitglied von “eXponat – Forum für Museologie und visuelle Kultur”.