„Im Frühling 2010 starten die rund zweieinhalb Jahre dauernden Bauarbeiten. Mit einer Eröffnungsausstellung im Frühjahr 2013 wird sich das VLM in seinen neuen Räumlichkeiten an der Bregenzer Kulturmeile zurückmelden“, informierten Hochbaulandesrat Dieter Egger, Kulturlandesrat Markus Wallner und Museumsdirektor Tobias G. Natter während der Pressekonferenz am heutigen Vormittag im Landhaus in Bregenz.
Das bestehende VLM wird im Frühjahr 2010 abgebrochen. An seiner Stelle entsteht ein Neubau, in den der denkmalgeschützte Gebäudebestand der Bezirkshauptmannschaft Bregenz integriert wird. „Das Konzept basiert auf dem Prinzip des Weiterbauens“, erläutert Hochbaulandesrat Egger: „Die Bezirkshauptmannschaft Bregenz wird um zwei Geschosse aufgestockt und direkt an den neuen Hauptbau angeschlossen. Die unterschiedlichen Bauabschnitte werden durch differenzierte Fassadenstrukturen und Oberflächentexturen sichtbar gemacht. Eine sensible, harmonische Fassadengestaltung für alle Teile verbindet Gebäudebestand, Aufstockung und Neubau zu einer neuen Großform.“
Maximale Nutzungsflexibilität mit Panoramablick
Der sechsgeschossige Bau (UG 1 – OG 4) bietet auf zwei Ausstellungs- und einer Schauarchivebene mit 2.412 Quadratmeter Nettonutzfläche mehr als doppelt soviel Ausstellungsfläche wie das alte Museum. „Die obersten beiden Geschosse sind reine Ausstellungsgeschosse mit maximaler Nutzungsflexibilität“, so Landesrat Egger. Sämtliche Funktionsbereiche gruppieren sich ringförmig um das innenliegende Atrium.
„Eine wesentliche Aufgabe des Museums ist es, Sammlungen und Ausstellungen zu präsentieren, die die Neugier der Besucherinnen und Besucher weckt. Dies bedeutet, dass auch bei wiederholtem Besuch immer Neues zu entdecken ist, während bestimmte „Eckpfeiler“ für Kontinuität und Wiedererkennung sorgen.“, so Dr. Tobias G. Natter, Direktor des Vorarlberger Landesmuseums.
Als klassisches Mehrspartenhaus, das seine Besucherinnen und Besucher in den Mittelpunkt stellt, wird das VLM Neu weiterhin mehrere, in Größe und Thematik unterschiedliche Präsentationen über das Jahr zeigen. Die Ausstellungsplanung sieht vor, jedes Jahr eine große Sommerausstellung durchzuführen, die auch auf den Tourismus, namentlich die Festspielgäste und das internationale Publikum abgestimmt ist. Dabei wird explizit eine überregionale Ausstrahlung angestrebt. Daneben sind jährlich zwei bis vier Sonderausstellungen wie zuletzt vom Format „Kanton Übrig“ geplant. Gleichwertig neben den Sonderausstellungen stehen semipermanente Ausstellungen. Ihre Laufzeit beträgt ca. zwei Jahre. Zeitlich sind diese so geplant, dass jedes Jahr eine neue Ausstellung eröffnet wird.
Dynamik statt dauerhafte Festlegung
„Die Bespielung der Räume soll bewusst dynamisch gehalten werden.“ erklärte Dr. Tobias G. Natter während der Pressekonferenz. „Ziel ist es Geschichte als stete Befragung darzustellen. Statt der Festlegung und Zementierung bestimmter Standpunkte sollen andauernde wissenschaftliche Diskurse und neue Ansätze immer wieder in die Präsentationen einfließen.“
Ein weiteres Ausstellungsformat, das den Besucherinnen und Besuchern des VLM neu Einblick in sonst vor allem aus konservatorischen Gründen verborgene Schätze bieten wird, ist das Schauarchiv. In ihm präsentiert das VLM Neu Sammlungsbestände, die in vielfältiger Weise eng mit dem Renommée des Museums verbunden, gleichzeitig aber aus konservatorischen Gründen sehr sensibel sind, wie zum Beispiel der weltweit einzigartige Bestand an Angelika-Kaufmann-Grafiken.
Die einmalige städtebauliche Lage des VLM Neu und der sich nun öffnende Blick auf den See bieten den Besucherinnen und Besuchern künftig einen einzigartigen Raum zur Kontemplation. Bei faszinierender Aussicht wird der Bereich im 4. Obergeschoss mit dem weithin sichtbaren Panoramafenster zum See den Gästen als Lese- und Entspannungsraum zur Verfügung stehen.
Kompetenzzentrum für Geschichte und Kultur Vorarlbergs
Mit diesem Großprojekt, dessen Start mit dem 150-Jahre-Jubiläum des VLM im Jahre 2007 zusammenfiel, wurden die Weichen für einen zeitgemäßen Auftritt, für eine bessere Präsentation von Kunst und Kultur des Landes Vorarlberg gestellt wie sie heutigen museologischen Anforderungen entspricht und somit europäischen Vergleichsbeispielen auf Augenhöhe begegnet.
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