Ansichten.
    Frühe Fotografie aus Vorarlberg
Baggerarbeiten beim Bregenzer Hafen,
1888 Fotograf: Wilhelm Högler
Vorarlberger Landesmuseum, Bregenz
 
    26. Januar bis 25. Mai 2008    
     
 

 

Mit der Ausstellung „Ansichten. Frühe Fotografie aus Vorarlberg“ zeigt das Vorarlberger Landesmuseum die erste umfassende Überblicksausstellung zur Frühen Fotografie in Vorarlberg. Seit der Gründung des Landesmuseums sind Fotografien ein wichtiger Sammlungsbereich. Die ersten Lichtbilder waren ein Geschenk des damals bekannten Künstlers Gebhard Flatz. Heute darf das Landesmuseum über 35.000 Fotografien sein Eigen nennen.
 
       
 
       
 
     
  1 Anonym
Ballerina mit Hochrad
um 1900
16,5 x 11,5 cm
Sammlung Richard Huter, Bregenz

2 Anonym
Landeshauptmann Rhomberg mit Automobil
bei der Eröffnung der Flexenstraße, 1900
12 x 17 cm
Sammlung Edwin Oberhauser, Götzis

3 Felix Durner
Mannschaft des F.C. Lustenau, 1910
16,5 x 21,8 cm
Sammlung Richard Huter, Bregenz

4 Michael Rützler
Gewerbeausstellung Dornbirn, 1900
17,4 x 23,5 cm
Vorarlberger Landesmuseum, Bregenz

5 Anonym
Bregenzer Bürgermeister Kinz begrüßt Kaiser Franz Joseph I., 1909
48,7 x 36 cm
Archiv der
Landeshauptstadt Bregenz
Seit einigen Jahrzehnten befasst sich die Geschichtswissenschaft mit historischen Fotografien und erkannte das Potenzial dieser Quellengattung. In diesem Sinne widmet sich das Vorarlberger Landesmuseum in dieser Ausstellung dem Medium Fotografie, um die Geschichte des Landes seit der Mitte des 19. Jahrhunderts zu erforschen.
Im Rahmen einer Reise in die fotografische Vergangenheit Vorarlbergs werden die BesucherInnen eingeladen, den Wert der frühen Fotografie bezüglich Vorarlberger Identitäten zu entdecken.

Die Ausstellung gibt Einblicke in die technische und lokalhistorische Entwicklung des „neuen“ Mediums von den Anfängen um 1850 bis 1918 und thematisiert die gesellschaftliche Faszination der „Lichtbilder“. Schwerpunkte sind: „Land und Leute“, „Vorarlbergs Aufbruch in die Moderne“, „das neue „Selbstbewusstsein im Ländle“, „Blick in die Ferne“ und „aus dem Leben“.

Daran knüpft sich die medientheoretische Frage, ob historische Fotografien überhaupt geeignete Antworten auf Identitätsfragen geben können. Wie transportiert die Fotografie Erinnerungen, die zu spiegeln sie vorgibt? Wie verändert das Lichtbild die Vorlage, was verblasst im Rückblick?

Entdecken Sie die vielfältige Vorarlberger Landschaft, treffen Sie auf bekannte und unbekannte Gesichter. Erleben Sie das Zeitalter der Industrialisierung und erfahren Sie etwas über den Lebensalltag von damals.

Die Ausstellung, die im zweiten Stock des Vorarlberger Landesmuseum zu besichtigen sein wird, zeigt circa 250 Fotografien, zahlreiche historische Fotoapparate und Fotoutensilien.

Zur Ausstellung erscheint ein reich illustrierter Katalog mit 196 Seiten und Beiträgen von Cornelia Albertani, Arno Gisinger, Werner Matt, Alois Niederstätter und Stefan Graf, dem Kurator der Ausstellung.

 
   
   
   
   
   
   
   
   
   
   
   
       
 
         
 
     
  Dir. Dr. Tobias G. Natter zur Ausstellung „Ansichten. Frühe Fotografie in Vorarlberg“

Die historische Fotografie hat in den letzten Jahren massiv an Bedeutung gewonnen. Dass sie vermehrt in den Blickpunkt der Öffentlichkeit rückt, geschieht durchaus zu Recht. Denn wie kaum ein anderes Medium hat das Lichtbild das Abbilden der Welt und unsere Sicht der Welt unumkehrbar verändert.

Mit der aktuellen Ausstellung zeigt das Vorarlberger Landesmuseum erstmals eine Überblicksausstellung zur frühen Fotografie in Vorarlberg. Für die Veranstaltung samt opulent gestaltetem Katalog gab es spezifische Gründe: Zum einen verfügt das Museum über einen großen Eigenbestand, der nun erstmals systematisch ausgewertet wurde. Zum anderen gilt es auf die Vielfalt und den frühen Bezug hinzuweisen. Als im Jahre 1839 die französische Akademie der Wissenschaften das erste moderne fotografische Verfahren, die so genannten Daguerreotypie, veröffentlichte, dauerte es nicht lange, bis das neue Verfahren auch in Vorarlberg aufgegriffen wurde. Schon acht Jahre später, 1847, warb der aus Altach stam¬mende Gebhard Gisinger in Zeitungsannoncen um Kundschaft, denen er sich als „Hersteller von Daguerreotyp-Licht Porträte“ empfahl. Gemeinsam mit der rasch wachsenden Kollegenschaft und der Erweiterung der Bildthemen etablierte er die Lichtbildkunst als einen florierenden Berufszweig. Die Ausstellung „Ansichten. Frühe Fotografie aus Vorarlberg“ folgt den Spuren dieser Fotopioniere zwischen Arlberg und Bodensee.

Gemeinsam mit zahlreichen Leihgaben aus öffentlichem und privatem Besitz eröffnen die Fotos bewegende Momente in der Geschichte von Land und Leuten, von der fotografisch-touristischen Erschließung der Landschaft, den Zeugnissen des neuen Selbstbewusstseins bis zu den großen und kleinen Freuden des Alltags.